5 Gründe, warum du deine Stillzeit fotografisch festhalten solltest
1. Bleibende Erinnerungen schaffen
Ich habe selbst kaum Fotos aus meiner Stillzeit. Vor allem bei meiner Tochter. Ein paar verwackelte Selfies bei schlechtem Licht, während das Baby an mir hängt. Mehr nicht.
Dabei hat mich das Stillen bei beiden Kindern viele Monate begleitet. Und um ganz ehrlich zu sein: Für mich war das meistens harte Arbeit. Vor allem die Anfangszeit! Es war nicht immer nur dieser ruhige, romantische Moment, den man manchmal sieht. Es war auch Müdigkeit, Zweifel, Schmerzen aber auch Durchhalten und ganz viel Nähe.
Und genau deshalb finde ich heute: Diese Zeit hätte ein paar Bilder verdient. Nicht nur Selfies mit dem Baby. Sondern von mir als Mama mittendrin.
Denn Stillen kann so einen großen Teil des Lebens einnehmen: körperlich, emotional und zeitlich. Tage, Wochen, Monate, in denen dein Körper dein Baby ernährt, tröstet und begleitet.
Fotos davon sind aber nicht immer die perfekten Instagram-Momente. Sie sind Erinnerungen an das, was du geleistet hast.
Vielleicht sitzt du irgendwann in ein paar Jahren mit deinem Kind auf der Couch, blätterst durch ein Album und denkst:
„Stimmt. So war das. So klein warst du. Und so nah waren wir uns.“
Und genau deshalb finde ich: Diese Zeit ist es wert, auf ein paar ehrlichen, schönen Bildern festgehalten zu werden.
2. Weil Mamas fast nie auf den Bildern sind
Als ich das Fotoalbum vom ersten Jahr meiner Tochter gemacht habe, ist mir etwas aufgefallen, das mich ehrlich gesagt kurz ziemlich getroffen hat. Auf fast jedem Bild war sie. Sehr oft mit Papa. Manchmal mit den Omas und Opas, mit Freunden, beim Schlafen, beim Spielen. Und ich? Ich war fast nur auf gemeinsamen Selfies zu sehen. Schnell mit ausgestrecktem Arm gemacht, oft verwackelt, manchmal halb abgeschnitten. Diese typischen „Beweisfotos“, dass ich auch da war.
Dabei war ich doch die meiste Zeit direkt bei ihr. Ich habe sie getragen, beruhigt, gestillt, in den Schlaf begleitet. Stundenlang. Tag für Tag. Und trotzdem war ich im Fotoalbum kaum sichtbar.
Gerade Stillmomente sind eigentlich perfekte Gelegenheiten, diese Verbundenheit zwischen Mama und Kind festzuhalten. Diese Nähe, die Ruhe, dieses ganz bei-einander-Sein. Bilder davon erzählen so viel mehr als nur „das Baby ist da“. Sie zeigen auch, wer dieses Baby hält, tröstet und begleitet.
Vielleicht sind genau solche Fotos auch eine kleine Gedankenstütze für den Partner oder die Partnerin:
Hey, mach auch mal wieder ein Foto von eurem Kind gemeinsam mit Mama. Nicht perfekt gestylt. Nicht vorbereitet. Einfach mittendrin.
Denn Familienfotos erzählen nicht nur die Geschichte eines Kindes. Sie erzählen auch die Geschichte der Eltern. Und die sollen auch beide einen Platz im Fotoalbum haben.
3. Körperliches Selbstvertrauen stärken
Ich weiß noch gut, wie fremd sich mein Körper nach der Geburt angefühlt hat. Nach der ersten Schwangerschaft war alles neu, nach der zweiten Schwangerschaft und zwei Bauchgeburten fühlte ich mich so unsicher. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich mich wieder ein bisschen wie ich selbst gefühlt habe. Mein Körper war plötzlich nicht mehr nur meiner. Er hat ernährt, getragen, geheilt, funktioniert.
Viele Mamas kennen dieses Gefühl. Genau deshalb liegen mir Stillbilder so am Herzen.
Denn sie zeigen den Körper nicht perfekt oder inszeniert.
Sie zeigen ihn in seiner Stärke. Ein Körper, der ein Baby getragen hat. Ein Körper, der ein Kind ernährt. Ein Körper, der Nähe gibt, Trost spendet und jeden Tag so viel leistet.
Ich kann die Unsicherheiten zu tausend Prozent nachvollziehen, ich hatte sie selbst. Und vielleicht gerade deshalb wünsche ich mir für andere Mamas, dass sie diese Phase auch einmal von außen sehen dürfen.
Oft verändert sich die eigene Wahrnehmung nämlich, wenn man sich später auf Bildern sieht. Mit etwas Abstand erkennt man plötzlich nicht mehr nur die vermeintlichen Makel, sondern vor allem die Verbindung, die Wärme und die Kraft in diesen Momenten.
Manchmal denke ich mir auch: Wie schade, dass ich damals gar nicht am Radar hatte, dass es Fotografinnen gibt, die genau für solche Momente zu Familien nach Hause kommen. Ganz ruhig, ganz einfühlsam, mitten im echten Alltag. Nicht für perfekte Bilder.
Sondern für ehrliche Erinnerungen.
Und manchmal braucht es genau so ein Bild, um später zu sehen:
Mein Körper war nicht „anders“. Er war einfach gerade dabei, etwas Unglaubliches zu leisten.
4. Stillen normalisieren – vor allem in der Öffentlichkeit
Ich habe beide meiner Kinder eigentlich überall gestillt. Zuhause, unterwegs, im Park, im Café, im Restaurant. Bei meiner Tochter war mir das am Anfang noch ziemlich unangenehm, vor allem, wenn männliche Bekannte oder Verwandte dabei waren. Ich habe mich oft gefragt:
Ist das jetzt komisch? Soll ich lieber kurz in ein anderes Zimmer gehen? Aber ehrlich gesagt wollte ich mich auch nicht jedes Mal zurückziehen müssen. Stillen gehört zum Alltag mit einem Baby und der findet nun mal nicht nur hinter geschlossenen Türen statt.
Mit der Zeit wurde es für mich normaler. Auch mit Stillhütchen, auch unterwegs. Aber gerade im öffentlichen Raum habe ich die Blicke trotzdem immer wieder gespürt. Besonders wenn wir essen waren. Dieses kurze Hinschauen. Dieses zweite Hinschauen. Ich war innerlich manchmal schon darauf vorbereitet, dass jemand etwas sagt. Dass ein anderer Gast vielleicht blöd kommentiert, dass ich mein Baby gerade stille. Und ich hatte mir gedanklich schon die passende Antwort zurechtgelegt. Zum Glück ist es nie zu so einer Situation gekommen.
Aber ich kenne mittlerweile einige Freundinnen und Bekannte, die genau deshalb lieber in ein anderes Zimmer gehen, ins Auto ausweichen oder versuchen, möglichst unauffällig zu stillen, einfach weil es ihnen unangenehm ist.
Und genau deshalb schlägt mein Herz so für Stillfotos. Weil ich glaube, dass Bilder helfen können, Stillen sichtbarer und normaler zu machen. Nicht laut, nicht provokant, sondern einfach als das, was es ist: ein ganz natürlicher Teil des Lebens mit einem Baby.
Ich wünsche mir, dass Mütter nicht das Gefühl haben müssen, sich dafür zu verstecken. Und vielleicht tragen Bilder von stillenden Mamas ein kleines Stück dazu bei, dass genau das irgendwann selbstverständlich wird.
4. Weil Bilder auch helfen können, Frieden mit dieser Zeit zu schließen
Bei meiner Tochter hatten wir wirklich alles dabei:
Abpumpen, Pre, Stillhütchen: das volle Programm. Während andere gleich bequem im Liegen stillen und dabei halb weiterschlafen konnten, musste ich nachts aufstehen, abpumpen, umfüllen, zufüttern, wieder hinlegen. Ich war müde, erschöpft und ehrlich gesagt habe ich diese Anfangszeit oft richtig gehasst. Das war keine dieser idyllischen Instagram-Stillgeschichten.
Und trotzdem fehlt mir heute etwas: Fotos davon. Nicht, weil ich diese Phase romantisieren möchte. Sondern weil sie trotzdem ein Teil unserer Geschichte ist. Weil sie zeigt, wie sehr ich mich bemüht habe, wie sehr ich für mein Kind da war, auch wenn es sich damals schwer angefühlt hat.
Manchmal können Bilder genau dabei helfen:
Sie halten nicht nur perfekte Momente fest, sondern auch die Realität dieser Zeit. Und mit etwas Abstand sieht man darin oft mehr als nur die Müdigkeit. Man sieht Nähe. Man sieht Durchhalten. Man sieht eine Mama, die ihr Bestes gegeben hat. Vielleicht sind solche Fotos später auch eine kleine Gedankenstütze. Eine Erinnerung daran, wie es wirklich war, nicht nur in der verschwommenen Version unserer Erinnerung.
Und ich hoffe ein bisschen, dass ich mich auch in vielen Jahren noch daran erinnern kann. Nicht nur an die Anstrengung, sondern auch daran, wie klein mein Baby war und wie nah wir uns in diesen Momenten waren.
Ein letzter Gedanke zum Schluss
Mir ist noch etwas wichtig, bevor dieser Artikel endet. Dieser Text soll auf keinen Fall so verstanden werden, als wäre Stillen der einzig „richtige“ Weg. Jede Familie hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Entscheidungen und manchmal auch ihre eigenen Herausforderungen.
Nicht jede Mama kann oder möchte stillen.
Und das ist völlig in Ordnung, denn Nähe, Liebe und Zuneigung entstehen nicht durch die Art der Ernährung, sondern durch die Beziehung zwischen dir und deinem Kind. Auch beim Fläschchengeben entstehen diese ganz besonderen Momente: Das Baby in deinem Arm. Der Blickkontakt. Die kleinen Hände, die sich an dich klammern. Dieses ruhige Zusammensein, während dein Kind trinkt und sich sicher fühlt.
Genau deshalb liebe ich es auch, diese Momente zu fotografieren.
Denn am Ende geht es nicht darum, wie dein Baby ernährt wird.
Es geht darum, die Verbindung zwischen euch festzuhalten.
Und die sieht man, ganz egal ob beim Stillen oder mit der Flasche, immer.
Ich möchte jetzt auch meine Stillzeit fotografisch festhalten
Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, wie besonders diese Momente eigentlich sind. Sie sind so ein intimer Teil der frühen Elternschaft. Und gleichzeitig verschwinden sie oft still und leise aus unserem Alltag, ohne dass wir viele Bilder davon haben.
Genau deshalb habe ich mir etwas Besonderes überlegt:
Am 25.04.2026 biete ich wieder mein kleines Minishooting „Milchmomente“ in Graz an. Ein Shooting, bei dem genau diese ruhigen, echten Augenblicke im Mittelpunkt stehen: Stillen, Fläschchen geben, Nähe, Hautkontakt, dieses kleine Innehalten mitten im Alltag mit Baby.
Ganz ohne Druck.
Ganz ohne perfekte Posen.
Einfach ihr zwei, so wie ihr seid.
Wenn du also schon länger darüber nachgedacht hast, diese Zeit einmal bewusst fotografisch festzuhalten, dann ist das vielleicht genau die Gelegenheit dafür.
Ich freue mich auf euch und eure ganz eigenen Milchmomente.
Alle Infos zum Minishooting „Milchmomente“ am 25.04.2026 in Graz findest du hier:
